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ADHS-Diagnose & Orientierung:
Der Weg zur Klarheit

Was Sie erwartet – und wie Sie Schritt für Schritt vorgehen können

Viele Betroffene oder Eltern haben lange das Gefühl:

  • „Irgendetwas passt nicht.“

  • „Warum ist der Alltag so anstrengend?“

  • „Warum funktionieren Dinge bei anderen leichter?“

Gleichzeitig ist der Weg zur ADHS-Diagnose häufig unübersichtlich:

  • lange Wartezeiten

  • unterschiedliche Aussagen von Fachstellen

  • Unsicherheit, was der richtige nächste Schritt ist

Dieser Artikel gibt Ihnen eine klare Orientierung:
Wie läuft eine ADHS-Diagnostik ab – und wie können Sie diesen Prozess sinnvoll gestalten?

Wann ist eine Abklärung sinnvoll?

Eine Diagnostik ist dann sinnvoll, wenn:

  • die Schwierigkeiten über längere Zeit bestehen

  • mehrere Lebensbereiche betroffen sind (Schule, Beruf, Familie)

  • klassische Strategien nicht ausreichen

  • ein spürbarer Leidensdruck vorhanden ist

Es geht nicht darum, vorschnell eine Diagnose zu erhalten, sondern darum, Zusammenhänge fundiert zu klären.

Der Weg zur ADHS-Diagnose – Schritt für Schritt

1. Erste Orientierung

Am Anfang steht häufig die Frage, ob ADHS eine Rolle spielen könnte.

Hilfreich sind:

  • grundlegende Informationen zu ADHS

  • Beobachtung eigener oder kindlicher Verhaltensmuster

  • erste fachliche Einschätzung

Online-Tests können Hinweise geben, ersetzen jedoch keine Diagnostik.

2. Die passende Anlaufstelle finden

ADHS-Diagnostik wird durchgeführt durch:

  • Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie bzw. Kinder- und Jugendpsychiatrie

  • Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten

  • in bestimmten Rahmen auch spezialisierte Heilpraktiker

Entscheidend ist weniger die Berufsbezeichnung als vielmehr:

  • Erfahrung mit ADHS

  • strukturierte diagnostische Vorgehensweise

  • differenzierte Betrachtung der Gesamtsituation

3. Ausführliche Anamnese

Ein zentraler Bestandteil ist das diagnostische Gespräch.

Dabei werden unter anderem erfasst:

  • Entwicklungsgeschichte

  • aktuelle Symptome

  • schulische oder berufliche Situation

  • familiäre Hintergründe

Ziel ist es, ein umfassendes Gesamtbild zu gewinnen.

4. Standardisierte Fragebögen und Verfahren

Zur Ergänzung kommen strukturierte Instrumente zum Einsatz:

  • Selbst- und Fremdbeurteilungsbögen

  • standardisierte ADHS-Skalen

  • ggf. zusätzliche Tests

Diese helfen, die Symptome systematisch einzuordnen.

5. Differenzialdiagnostik

Ein entscheidender Schritt in jeder seriösen Diagnostik ist die Abgrenzung zu anderen Ursachen.

Ähnliche Symptome können auftreten bei:

  • Angststörungen

  • Depressionen

  • Traumafolgestörungen

  • Schlafproblemen

  • Lernstörungen

Eine fundierte Diagnostik prüft daher immer:
Handelt es sich tatsächlich um ADHS – oder um etwas anderes?

6. Rückmeldung und Einordnung

Am Ende steht eine fachliche Einschätzung, gegebenenfalls mit Diagnose nach ICD-11 oder DSM-5.

Wichtig ist dabei:

  • eine verständliche Erklärung der Ergebnisse

  • Einordnung der individuellen Situation

  • klare Empfehlungen für die nächsten Schritte

Eine gute Diagnostik liefert nicht nur ein Ergebnis, sondern Orientierung.

Typische Herausforderungen im Diagnoseprozess

Lange Wartezeiten

Insbesondere im kassenärztlichen Bereich sind Wartezeiten von mehreren Monaten keine Seltenheit.

Unklare Zuständigkeiten

Es ist oft nicht sofort ersichtlich, welche Fachstelle die richtige ist.

Informationsüberlastung

Unterschiedliche Quellen führen häufig zu zusätzlicher Verunsicherung.

Diese Faktoren können dazu führen, dass sich der Prozess unnötig verzögert oder belastend wird.

Was in dieser Phase wirklich hilft

Struktur statt Überforderung

Ein klarer, schrittweiser Plan verhindert Aktionismus und reduziert Stress.

Realistische Erwartungen

Diagnostik ist ein Prozess, der Zeit und Sorgfalt benötigt.

Begleitung

Eine strukturierte Begleitung kann helfen, Entscheidungen sicherer zu treffen und den Überblick zu behalten.

Was nach der Diagnose folgt

Die Diagnose ist kein Abschluss, sondern eine Grundlage für weitere Schritte.

Mögliche nächste Maßnahmen:

  • Psychoedukation (Verstehen von ADHS)

  • Coaching oder Therapie

  • Anpassungen im schulischen oder beruflichen Umfeld

  • gegebenenfalls medikamentöse Behandlung

Entscheidend ist immer die individuelle Situation.

Diagnose – und dann?

Nicht jede Abklärung führt zu einer ADHS-Diagnose.
Und genau das ist wichtig.

Das Ziel einer Diagnostik ist nicht, eine bestimmte Diagnose zu bestätigen, sondern:

  • Klarheit zu schaffen

  • passende Handlungsmöglichkeiten zu erkennen

Fazit

Der Weg zur ADHS-Diagnose ist für viele Menschen herausfordernd, weil Orientierung fehlt.

Eine strukturierte, fachlich fundierte Vorgehensweise kann diesen Prozess deutlich entlasten.

Es geht nicht um schnelle Antworten, sondern um eine präzise Einordnung und tragfähige Entscheidungen.

Fachliche Grundlagen

  • World Health Organization (2019): ICD-11

  • American Psychiatric Association (2013): DSM-5

  • Barkley, R. A. (2015): Attention-Deficit Hyperactivity Disorder

  • NICE Guidelines (2018): Attention deficit hyperactivity disorder: diagnosis and management

Wenn Sie sich Orientierung im Diagnoseprozess wünschen:

Als Diagnostik-Lotsin in Augsburg begleite ich Sie strukturiert durch die einzelnen Schritte und unterstütze Sie dabei,

Klarheit zu gewinnen.

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